"Wir können die Wellen der Veränderung nicht aufhalten, aber wir können lernen auf ihnen zu surfen." Diesen Spruch hört man immer wieder und ich finde, er trifft den Nagel auf den Kopf.
Veränderungen gab es schon immer, zu jeder Zeit. Veränderung bedeutet immer auch Entwicklung. Und wenn wir zurück in die Vergangenheit schauen, auch nur die letzten hundert Jahre, dann merken wir, was sich alles getan hat.
Grundsätzlich wissen wir alle, dass Veränderungen Teil unseres Lebens sind, dass wir uns zwar dagegen wehren und ankämpfen, aber sie meistens nicht vollkommen verhindern können.
Heute im digitalen Zeitalter passiert alles noch viel schneller als früher. Die eine Veränderung noch nicht verdaut, und schon steht die nächste ins Haus. Viele Menschen haben das Gefühl, alles sei in Bewegung. Ihnen fehlt die Stabilität und die Zeit durchzuatmen.
Als Unternehmer*in ist es noch etwas diffiziler. Du musst ständig am Ball bleiben, denn es geht um Dein Business und Deine Existenz. Trends entstehen schnell und verschwinden schnell wieder. Was gestern noch hip war, kann heute schon out sein. Um dauerhaft erfolgreich zu sein, musst Du ständig am Puls der Zeit sein. Das kann manchmal auch ganz schön anstrengend sein.
Warum tun wir uns oft so schwer mit Veränderungen?
- Der Mensch ist von Natur aus ein Gewohnheitstier. Viele hören diesen Satz nicht so gerne, denn er klingt nicht gerade "modern", sondern eher etwas verstaubt. Nichtsdestotrotz steckt in diesem Satz viel Wahrheit.
Unser Gehirn liebt Gewohnheiten und Routinen über alles. Sie ermöglichen ihm effizient und ökonomisch zu arbeiten. Wenn es Neues lernen muss, vollbringt es Höchstleistungen. Und das ist energieraufwendig.
- Gewohnheiten und Rituale geben uns Halt und Sicherheit. Wir haben das Gefühl, es ist alles in Ordnung. Wir fühlen uns "zuhause", was wir mit Gefühlen wie Ruhe und Geborgenheit in Verbindung bringen. "Zuhause" können wir entspannen und Kraft tanken für neue Abenteuer.
- Wir mögen es nicht, wenn uns Veränderungen einfach befohlen oder übergestülpt werden. Da regt sich sehr leicht Widerstand in unserem Innern. Wir fühlen uns übergangen und nicht wertgeschätzt. Und wer mag das schon?
- Wir können keinen Sinn in der Veränderung erkennen. Etwas tun zu müssen, was wir als sinnlos betrachten, ist ein Energiefresser par excellence.
- Unser persönliches Wertesystem wird verletzt. Du kannst durch die Veränderung nicht das leben, was Dir wirklich wichtig ist.
Aber wie dem auch sei, wir können viele Veränderungen nicht aufhalten. Viele Dinge liegen außerhalb unseres Einflussbereiches. Wir können sie vielleicht etwas hinauszögern, aber irgendwann bleibt uns nichts anderes übrig, als sie anzugehen.
10 Tipps, wie Du Veränderungen souveräner meisterst
Wenn wir Veränderungen schon nicht verhindern können, so können wir zumindest lernen, damit so gut wie möglich umzugehen. Wir wollen sie nicht erleiden, sondern gestalten.
1. Akzeptiere die Veränderung
Akzeptiere die Veränderung. Gegen sie anzukämpfen kostet Kraft, deshalb nimm sie an. Das Akzeptieren des Wandels ist einer der ersten Schritte zu seiner Bewältigung.
2. Rechne mit einem Mehraufwand
Rechne damit, dass die Veränderung zu Beginn einen Mehraufwand erzeugen wird. Alte Gewohnheiten, Arbeitsweisen und -abläufe müssen überdacht und angepasst werden. Das braucht Zeit und Einsatz. Das kann auch Stress verursachen. Wenn dies Dir bewusst ist, dann ist die Situation viel leichter zu bewältigen.
3. Überprüfe Deine Einstellung
Mit welcher Einstellung gehst Du die Veränderung an ? Was denkst Du darüber? Siehst Du sie als Bedrohung oder auch als Chance? Deine Haltung macht den großen Unterschied! Mit Deinen Gedanken kannst Du Dich stärken oder auch schwächen. Du brauchst nicht gleich Freudensprünge zu machen, aber zumindest eine neutrale Haltung wäre wünschenswert. Denn Widerstand kostet Kraft!
4. Gehe auf die Suche nach positiven Aspekten
Alles im Leben hat zumindest zwei Seiten. Nichts ist nur positiv oder nur negativ. Gehe auf die Suche nach positiven Auswirkungen, die die Veränderung mit sich bringt - egal wie klein sie auch sein mögen. Manchmal erkennen wir das Positive nicht sofort. Deshalb habe etwas Geduld.
5. Ermutige Dich selbst
Ermutige Dich selbst, führe positive Selbstgespräche. Gehe weg von Gedanken mit "ich muss" und "ich soll". Mache es Dir leicht. Denke und sage einfach: "Ich tue es." Damit bist Du in Deiner vollen Kraft.
6. Rufe positive Erlebnisse in Erinnerung
Die Vergangenheit kann eine wahre Fundgrube für kleine und große Erfolgserlebnisse sein. Nimm Dir die Zeit und erinnere Dich an Herausforderungen, die Du in der Vergangenheit erfolgreich bewältigt hast. Mache Dir eine Liste und überlege Dir, welche Eigenschaften und Handlungen Dir helfen könnten, die aktuelle Herausforderung zu meistern. Indem Du Dich auf Deine Stärken konzentrierst, wirst Du viel leichter in der Lage sein, die Veränderung positiv zu gestalten.
7. Erkenne Deine Prioritäten
Veränderungsphasen sind Zeiten, in denen wir viele Dinge hinterfragen. Durch die Konfrontation mit dem Neuen wird uns viel leichter bewusst, was uns wirklich wichtig ist im Leben. Wir erkennen unsere Prioritäten und unsere Werte. Diese Klarheit hilft Dir die Veränderung viel souveräner zu bewältigen.
8. Setze Dir Ziele
Was möchtest Du erreichen? Wo willst Du hin? Wie soll Deine Zukunft aussehen? Richte Deinen Blick nach vorne und überlege Dir, welche Ziele für Dich erstrebenswert sind. Teile große Ziele in kleine Mikro-Ziele auf, so hast Du regelmäßige Erfolgserlebnisse und bleibst leichter dran.
9. Suche Unterstützung
Es ist völlig normal, dass wir uns manchmal überwältigt fühlen, vor allem dann, wenn es sich um eine große Veränderung handelt oder zu viele Veränderungen auf einmal stattfinden. Es ist in Ordnung, um Hilfe zu bitten. Suche Dir eine passende Unterstützung. Dies können Freunde, Bekannte oder auch eine professionelle Hilfe sein.
Als Unternehmer*in kannst Du bestimmte Arbeiten, die Du nicht so gut kannst oder nicht gerne machst outsourcen. Es gibt viele Freelancer und Selbstständige, die sich über Deinen Auftrag freuen.
10. Sorge gut für Dich
Veränderungsphasen können anstrengend sein. Tue alles um Körper, Geist und Seele in Balance zu halten. Sie unterstützen und beeinflussen sich gegenseitig.
Sorge gut für Dich selbst. Ernähre Dich gut, bewege Dich regelmäßig und sorge für genügend Schlaf- und Erholungsphasen. Tue Dinge, die Dir gut tun und Dir Freude bereiten. Gestalte Deine Freizeit so, dass Deine Seele wieder Kraft auftanken kann.
Wie geht es mir mit dem Thema Veränderungen?
Ich habe über mehrere Jahrzehnte in der Bankenbranche meine Erfahrungen gesammelt. Dies ist eine Branche, die ständig mit Veränderungen konfrontiert ist, wie neue Gesetze und Bestimmungen, ständige Softwareänderungen, neue Projekte. Ich bin seit jeher an Veränderungen gewohnt. Allerdings war und ist es auch für mich in manchen Momenten einfach (zu) viel, wenn alles zusammenkommt. In solchen Momenten setze ich immer ganz klare Prioritäten. Für mich ist dann immer die entscheidende Frage: "Was ist jetzt gerade wirklich wichtig?"
Diese Frage hilft mir, wieder klarer zu sehen und die richtigen Entscheidungen zu treffen.
Auch ich begrüße nicht ALLE Veränderungen. Bei manchen Dingen, wo ich das Gefühl habe, das läuft jetzt richtig gut, wie z.B. bei Anwendungssoftware, bin ich nicht unbedingt erfreut. Denn ich weiß, dass damit zu rechnen ist, dass in der Anfangsphase Probleme auftauchen werden. Muss nicht sein, aber kann. In solchen Situationen frage ich mich immer: "Kann ich es ändern oder nicht?" Wenn ich es nicht ändern kann, dann mache ich einfach das Beste aus der Situation, unter dem Motto: Augen zu und durch!
Wir können die Veränderungen nicht aufhalten, aber wir können lernen gut damit umzugehen. Auf diesem Weg wünsche ich Dir viel Glück und viele positive Erfahrungen. Jede einzelne Veränderung prägt Dich und bringt Dich in Deiner Entwicklung weiter. Und bedenke dabei Eines: mit jeder Veränderung, die Du mitträgst, leistest Du einen Beitrag für eine gute gemeinsame Zukunft.
Deine Renate
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